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Erster Jahrestag der Jugendunruhen in Frankreich

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Erster Jahrestag der Jugendunruhen in Frankreich

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Erster Jahrestag des Beginns der Vorstadtunruhen in Frankreich: In Clichy sur Bois bei Paris kamen mehr als eintausend Menschen zu einem Schweigemarsch zusammen, um der beiden Jugendlichen zu gedenken, deren Tod die wochenlangen Unruhen ausgelöst hatte. An dem Ort, wo die beiden ihre tödlichen Verletzungen erlitten, hielt der Marsch inne: an einem elektrischen Transformatorhäuschen. Dort wollten sich die beiden Schüler, ein fünfzehnjähriger und ein siebzehnjähriger, auf der Flucht vor der Polizei verstecken. Dabei erlitten sie tödliche Stromschläge. Ein dritter Jugendlicher überlebte mit schweren Verbrennungen; auch er nahm an dem Schweigemarsch teil. Viele Jugendliche trugen weiße T-Shirts mit der Aufschrift “Tod für nichts”. Amor Bouna, der Vater eines der Jugendlichen, die ums Leben kamen, sagte, Verbote seien keine Lösung. Man könne die Jugendlichen nicht zu Hause einsperren. Die Lösung seien Arbeitsplätze und Ausbildungszentren. Trotz des von der Regierung seit langem angestrebten Strukturwandels in Frankreichs Vorstädten: Viele Jugendliche fühlen sich weiterhin diskriminiert und benachteiligt. Zwei Tage nach dem Tod der beiden Schüler im vergangenen Jahr gab es schon einmal einen Trauermarsch. Danach begannen die Unruhen.