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Lösungen für französische "Problemviertel"

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Lösungen für französische "Problemviertel"

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Es sieht noch genauso aus wie vor einem Jahr, als in diesem Viertel von Clichy-sous-Bois die Unruhen ausbrachen. Gounedy Traoro ist einer der Mediatoren von Clichy, die sich bemühen, die Jugendlichen des Viertels mit den Vertretern des Staates ins Gespräch zu bringen. “Nichts hat sich geändert”, sagt er. “Es ist eher noch schlimmer geworden. Mit dem Negativimage ihres Viertels finden die jungen Leute noch schwerer Arbeit.

Die Vereine bekommen kein Geld mehr.” Laut Umfrage müssten zuerst die Arbeitslosigkeit bekämpft und die Ausbildung verbessert werden. Und dann spiele auch das urbane Konzept dieser Schlafstädte eine Rolle bei der Ghettoisierung. Der Minister für Arbeit und Soziales beklagt das Scheitern eines 40 Jahre alten Konzeptes. Er habe nun ein Gesetz für die Entwicklung in den kommenden fünf Jahren auf den Weg gebracht, für eine urbane Erneuerung. Für bessere Bildung, um jeden Jugendlichen fit zu machen für den Arbeitsmarkt. Ein Plan mit 20 Punkten.

Man können aber nicht alles in zwei Jahren ändern, man brauche mehr Zeit. Die harte Gangart der Polzei werde nicht mehr Sicherheit bringen, meinen viele, die hier wohnen. Die Jugendlichen fühlen sich von den Ordnungshütern diskriminiert. Sie berichten von unangebrachter Härte, von vorschnellen Verdächtigungen. Sie möchten gern ihre mit den Verhältnissen vor Ort vertrauten Kontaktbereichsbeamten zurück haben, die der Innenminister vor den Unruhen abgeschafft hatte. Und doch gibt es auch hier Menschen, die die Hoffnung nicht aufgeben und etwas dafür tun.

Ein Bürgerkomittee hat sich zusammengefunden, um den Bürgersinn der jungen Leute zu stärken. Sein Vertreter bezeichnet es durchaus als Erfolg, wenn sich innerhalb von zwei Wochen tausend junge Leute in die Wählerlisten eingetragen haben.
Clichy-sous-Bois will sein Randale-Klischee loswerden. UNd viele seiner Bürger sind sind auch bereit, etwas dafür zu tun.