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NATO in Afghanistan in der Kritik: Unklarheit über Zahl der zivilen Opfer bei Angriffen


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NATO in Afghanistan in der Kritik: Unklarheit über Zahl der zivilen Opfer bei Angriffen

Die NATO gerät in Afghanistan zusehends in die Kritik. Gerade in den vergangenen Tagen waren bei NATO-Angriffen im Süden des Landes zahlreiche Unbeteiligte getötet worden. Die südliche Provinz Kanadaher und das benachbarte Urusgan gelten als die gefährlichsten Regionen in Afghanistan, die immer wieder Schauplatz blutiger Kämpfe sind.

In Kandahar versammelten sich am Freitag zahlreiche Menschen zu einer Trauerfeier für Zivilisten, die vor kurzem bei einem NATO-Luftangriff ums Leben gekommen waren. So erzählte etwa ein Mann,. dass 21 Mitglieder seiner Familie getötet worden seien. Der afghanische Präsident Hamid Karzai, der ebenfalls an der Zeremonie teilnahm, forderte eine bessere Zusammenarbeit zwischen Afghanen und ausländischen Truppen. “Wir sind tief betroffen”, sagte Kazai nach der Trauerfeier, “und wir fühlen uns solidarisch mit den Familien der Opfer. Ich habe mit einem Anführer des Klans telefoniert und er hat bei dem Gespräch geweint.”

Eine Untersuchungskommission soll die tatsächliche Zahl ziviler Opfer bei NATO-Angriffen ermitteln. Während Augenzeugen von rund 60 Toten sprechen, bestätigte die NATO-Schutztruppe ISAF nur 12 Opfer. Die Taliban beschuldigen die NATO sogar des Völkermordes. Bei der Explosion einer Bombe am Morgen wurden 14 Passagiere eines Kleinbusses getötet. Unklar war zunächst, ob die Taliban hinter dem Anschlag stecken.

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