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Vor Präsidentschafts-Stichwahl in Bulgarien: Parwanow Favorit - Siderow dennoch siegesgewiss

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Vor Präsidentschafts-Stichwahl in Bulgarien: Parwanow Favorit - Siderow dennoch siegesgewiss

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Kurz vor dem zweiten Durchgang der Präsidentschaftswahl in Bulgarien zeigt sich der Ultranationalist Volen Siderow zuversichtlich – obwohl er im ersten Wahlgang weit abgeschlagen Zweiter wurde. Siderow hatte mit populistischen Parolen und radikaler Kritik an den wirtschaftlichen Verhältnissen vor allem bei ärmeren Bevölkerungsschichten gepunktet. Analysten allerdings sehen keine Chance auf einen Sieg für Siderows Partei “Ataka”. Am vergangenen Sonntag errang Siderow 21,5 Prozent der abgegebenen Stimmen – allerdings bei einer niedrigen Wahlbeteiligung von nur 42,5 Prozent, die überhaupt erst eine Stichwahl notwendig machte.

Die große Mehrheit der Wähler stimmte freilich für die europäische Ausrichtung Bulgariens, das ab dem 1. Januar EU-Mitglied ist. Dafür steht der amtierende Präsident Georgi Parwanow, den viele als Garant für Stabilität sehen – auch wenn der Präsident laut der bulgarischen Verfassung nur wenig Einfluss auf die Tagespolitik hat.

Mit 64 Prozent der abgegebenen Stimmen im ersten Wahlgang gilt Parwanow vor der Stichwahl am Sonntag als klarer Favorit. Er selbst war bereits in der Wahlnacht von seinem Sieg überzeugt. Analysten erwarten, dass durch einen Erfolg Parwanows auch die Koalitionsregierung in Bulgarien gestärkt wird – und dass die Mitte-Rechts-Parteien weiterhin keine große Rolle in der Politik des Landes spielen werden. Nationalisten wie Siderow, so heißt es, seien für die Stabilität Bulgariens nicht bedrohlich; allenfalls könnten sie dem Image des zukünftigen EU-Mitglieds im Ausland schaden.