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Zwischenfälle bei Paris am Vorabend des Jahrestags

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Zwischenfälle bei Paris am Vorabend des Jahrestags

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Schon vor dem Jahrestag wurde die Angst vor erneuten Unruhen durch einzelne Zwischenfälle neu entfacht:
In dem Pariser Vorort Montreuil setzten Unbekannte ein Auto in Brand. Die herbeigerufene Polizei wurde nach eigenen Angaben mit Steinen beworfen; ein Beamter sei leicht verletzt worden.

Schon in der Nacht zum Donnerstag waren bei Paris und Lyon mehrere Busse von teilweise bewaffneten Jugendlichen angezündet worden. Busfahrer weigerten sich daraufhin, bestimmte Viertel im Dunkeln anzufahren. Die Regierung stellte zusätzliche Polizeikräfte bereit.

“Ich habe entschieden, sämtliche verfügbaren Kräfte einzusetzen, um die Sicherheit derer zu gewährleisten, die öffentliche Verkehrsmittel benutzen”, erklärte Innenminister Nicolas Sarkozy nach den Zwischenfällen. Die Täter würden festgenommen und vor Gericht gestellt.

Nach einer Umfrage halten rund sechzig Prozent der französischen Bürgermeister eine Wiederholung der Krawalle für wahrscheinlich. Ursache sei die soziale Ausgrenzung der Menschen, erklärt Jamal Ait Tagadrit von einer Bürgerinitiative gegen Diskriminierung: Es habe vorher Probleme gegeben, und es gebe sie immer noch, sagt er. Man habe Soziologen und Psychiater geschickt, aber das müsse aufhören. Krank sei heute die Gesellschaft, und ihre Krankheit sei die Diskriminierung. Der Kampf dagegen habe absolute Priorität, betonte Tagadrit. Dem stimmen offenbar die meisten Franzosen zu: Bei einer Umfrage nannten zwei Drittel der Befragten die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und der sozialen Ausgrenzung als die wichtigsten Mittel, um die Unsicherheit im Lande zu beenden.

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