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Protest nach Angriff auf Koranschule in Pakistan

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Protest nach Angriff auf Koranschule in Pakistan

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Wut und Trauer mischen sich bei vielen Menschen in Pakistan, nur Stunden nach dem Angriff der eigenen Armee auf eine Madrassa, eine Koranschule. Hubschrauber hatten auf die Anlage Raketen angefeuert: Bis zu achtzig Menschen wurden getötet, so teilen es die Streitkräfte selber mit; kaum einer überlebte. Laut Augenzeugen waren unter den Opfern auch Kinder.

Für die Armee war die Koranschule aber auch nur Fassade: Dahinter verbarg sich nach ihren Angaben ein Ausbildungslager von Islamisten. Leiter der Schule war ein radikaler Geistlicher, der offenbar enge Verbindungen zu den Taliban und zu Al-Kaida hatte.

Kasi Hussein Achmed ist Führer der wichtigsten Islamisten-Partei im Land: Er wirft der Armee vor, sie habe unschuldige Menschen getötet. Das hier sei kein Ort gewesen, an dem man ein Ausbildungslager hätte betreiben können.

Wie schon am Wochenende gehen jetzt wieder Pakistaner auf die Straße, aus Protest gegen die USA und die eigene, amerikafreundliche Regierung. Die bestreitet aber einen Einfluss aus dem Ausland; man habe für die eigene Sicherheit gehandelt.

Das Gebiet liegt allerdings direkt an der Grenze zu Afghanistan. Gleich dahinter toben heftige Kämpfe zwischen Islamisten und amerikanischen Truppen. Afghanistan beklagt, dass die Rebellen in Pakistan Zuflucht und Unterstützung bekämen. Pakistan bestreitet das und verweist auf achtzigtausend Soldaten, die hier gegen den Terrorismus im Einsatz seien – eine Maßnahme, die im eigenen Land äußerst unpopulär ist.