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Festnahmen nach Brandanschlag von Marseille

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Festnahmen nach Brandanschlag von Marseille

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Nach dem Brandanschlag auf einen Bus im französischen Marseille sind fünf Verdächtige festgenommen worden. Nach Angaben der Ermittler sind es Jugendliche, zwischen fünfzehn und siebzehn Jahre alt.

Sie wurden bei einer Polizeiaktion am frühen Morgen festgenommen. Rund fünfzig Männer einer Spezialeinheit durchsuchten zwei Wohnblocks in der Nähe der Stelle, an der der Bus am Wochenende angesteckt worden war. Nach einem Zeitungsbericht hatte eine Kamera in dem Bus die Jugendlichen gefilmt. Die Ermittler
teilten dazu nur mit, man habe die Festplatte der Kamera einem Spezialisten übergeben.

In dem Bus war bei der Tat noch eine Frau, eine 26-jährige Studentin aus Senegal. Sie liegt mit schwersten Verbrennungen im Krankenhaus und schwebt weiterhin in Lebensgefahr.

An ihrer Universität versammelten sich Studenten zum Gedenken. “Wir sind in diesem schweren Moment bei ihr,” sagt ihre Freundin Sara Mgosak. “Ich weiß nicht, ob sie das hier eines Tages vielleicht noch einmal mitbekommen wird – aber wir alle lieben sie.”

Ein Opfer menschlicher Dummheit sei die junge Frau, sagt Moussa Koite vom Bund islamischer Vereinigungen. Man müsse dagegen kämpfen. Ein Mangel an Bürgersinn dürfe nicht zur Normalität werden in diesem Land.

Die festgenommenen Jugendlichen können bis zu 48 Stunden in Polizeigewahrsam bleiben. Diese Frist wurde wegen der umfangreichen Ermittlungen eigens verlängert. Bis Mittwochabend soll sich entscheiden, wie es mit ihnen weitergeht.