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Forderungen nach Armeeeinsatz in Neapel

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Forderungen nach Armeeeinsatz in Neapel

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Nach einem Wochenende der Gewalt im süditalienischen Neapel wird der Ruf nach der Armee laut. Vier Menschen wurden in den letzten Tagen umgebracht, weitere schwer verletzt: Offenbar hat die Verbrecherorganisation Camorra wieder einmal gezeigt, wer hier das Sagen hat.

Sogar Justizminister Clemente Mastella ist jetzt dafür, Soldaten in den Süden zu schicken. Sie könnten dort mit der Polizei zusammenarbeiten, sagt er; das sei kein Tabu mehr, weil man etwas tun müsse gegen die Verunsicherung und die Angst bei vielen Einwohnern.

Dabei sind solche Morde für Neapel nicht ungewöhnlich. Seit Jahresbeginn wurden 66 Menschen umgebracht, vor allem in Auseinandersetzungen zwischen Camorra-Banden.

Bei Nacht meide man einige gefährliche Stellen, schildert ein junger Neapolitaner die Lage. Und ein anderer sagt, das alles gehe zu weit. Er habe Angst, es sei wie ein Dschungel. Jeder fange sofort Streit an, wegen der kleinsten Sachen.

Es ist gerade mal ein Jahr her, dass die Polizei in Neapel den blutigen Bandenkrieg unter Kontrolle gebracht hatte – wie sich zeigt, nur vorübergehend. Die Camorra hat seither wohl nichts von ihrer Macht eingebüßt.