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Plädoyer in libyschem Krankenschwestern-Prozess

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Plädoyer in libyschem Krankenschwestern-Prozess

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Schlechte Hygiene im Krankenhaus: Das sieht die Verteidigung in ihrem Plädoyer als Hauptgrund für die Infektion von mehr als vierhundert libyschen Kindern mit Aids. Angeklagt sind fünf Krankenschwestern aus Bulgarien und ein palästinensischer Arzt. Seit fast acht Jahren sitzen sie in Libyen nun schon in Haft.

Es ist ihr Berufungsprozess, nachdem sie schon einmal zum Tode verurteilt worden waren. Die Anklage wirft ihnen vor, sie hätten die Kinder im Krankenhaus von Bengasi absichtlich mit Aids infiziert; mehr als fünfzig sind inzwischen gestorben.

Renommierte ausländische Ärzte sind aber der Meinung, dass es die ersten Ansteckungen dort schon vor der Zeit der Angeklagten gab. Das Virus habe sich dann zum Beispiel ausgebreitet, weil Spritzen wiederverwendet wurden.

Den Angeklagten droht erneut die Todesstrafe. Das Urteil wird in wenigen Tagen erwartet, am 4. November. Eine Begnadigung und Freilassung gegen hohe Entschädigungen hat Bulgarien immer abgelehnt.