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Französische Untersuchungsrichterin erhält Geheimdienstakten zu Ruanda-Massakern

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Französische Untersuchungsrichterin erhält Geheimdienstakten zu Ruanda-Massakern

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Frankreichs Verteidigungsministerin Michele Alliott-Marie hat rund einhundert Geheimdienstberichte freigegeben, die Aufschluss geben sollen über die Massaker in Ruanda vor zwölf Jahren. Eine Pariser Untersuchungsrichterin hatte die Akten angefordert. Sie will klären, ob Frankreich eine Beteiligung an den Massakern in dem ostafrkischen Staat vorgeworfen werden kann. Sechs Überlebende hatten in Paris entsprechende Klagen eingereicht.

Auf dem Höhepunkt des Mordens 1994 hatte Frankreich mit UN-Mandat Truppen entsandt. Sie sollten eine Schutzzone für die Minderheit der Tutsi einrichten. Überlebende werfen den französischen Truppen vor, Extremisten der Hutu-Mehrheit in die Camps eingelassen zu haben. Die Massaker dauerten mehr als drei Monate.

Dabei wurden 800.000 Menschen getötet. In Frankreich kam eine parlamentarische Untersuchung bereits 1998 zu dem Schluss, dass lediglich strategische Fehler gemacht worden seien. In Ruanda befasst sich derzeit eine Untersuchungskommission mit dem Verhalten der französischen Truppen.