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Gespannte Sicherheitslage im Irak

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Gespannte Sicherheitslage im Irak

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Ein weiterer tödlicher Tag im Irak: 56 Leichen wurden gefunden, in der Hauptstadt Bagdad, innerhalb von 24 Stunden. Laut Polizei waren die Toten gefesselt und hatten Folterspuren. Bei Kerbela, einer heiligen Stadt der schiitischen Moslems, werden die beigesetzt, die sich nicht mehr identifizieren lassen. Rund anderthalbtausend waren das in letzter Zeit.

Die Sicherheitslage bleibt damit angespannt, erst recht kurz vor dem Urteil im ersten Prozess gegen den früheren Machthaber Saddam Hussein. Für Iraks Armee gilt Urlaubssperre, Reservisten werden einberufen. Das Urteil wird für Sonntag erwartet. Es könnte auf Lebenslänglich lauten oder auf Tod durch Erhängen. Allerdings käme es bei einem Todesurteil zuerst noch automatisch zu einem Berufungsprozess. Ein Saddam-Verteidiger warnt, dass ein Todesurteil die Tore der Hölle öffnen würde, sowohl im Irak als auch bei den arabischen Nachbarn.

Das klingt dramatisch, aber nicht unmöglich: Überraschend kam deshalb John Negroponte nach Bagdad, der amerikanische Geheimdienst-Koordinator – an einem Tag, an dem im Irak auch wieder sieben US-Soldaten getötet wurden. Im Gespräch mit Regierungschef Nuri al-Maliki ging es um die Sicherheit im Land, vor allem um eine schnelle Aufstockung der irakischen Armee. Erst am Montag hatte auch der Sicherheitsberater der US-Regierung, Stephen Hadley, Bagdad besucht.