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Wissenschaftler warnen vor baldigem Verschwinden der Fischbestände

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Wissenschaftler warnen vor baldigem Verschwinden der Fischbestände

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Was immer die Ernährungsphysiologen uns empfehlen: Wenn die Fischerei so weitergeht wie bisher, kommt bald gar kein Fisch mehr auf den Teller. So lautet die beunruhigende Warnung einer Forschergruppe um den deutschen Meeresbiologen Boris Worm, der an der Dalhousie-Universität in Kanada lehrt. Dass die Artenvielfalt der Meere seit Beginn der Industrialisierung zurückgegangen ist, wurde schon vielfach belegt. Die Forscher um Worm werteten eine Vielfalt von weltweit gewonnen Daten aus, nicht nur Statistiken der Fischbestände, sondern auch Laborexperimente. Diese bisher größte Studie zum Problem der Artenvielfalt erschien soeben in dem Fachjournal Science.

Das Ende sei schon absehbar, sagt Worm. Wenn die Fischerei fortgeführt werde wie in den vergangenen fünfzig Jahren, werde es noch zu unseren Lebzeiten keine dauerhaften Fischbestände mehr geben. Dann würde die Fischerei bereits Mitte dieses Jahrhunderts zusammenbrechen – so die Warnung der Wissenschaftler. Doch sie sehen auch Grund für Optimismus: Der Verfall der Bestände sei reversibel. In neu eingerichteten Meeres-schutzgebieten nehme die Artenvielfalt rasch wieder zu, sagt Professor Worm.

Wenn diese Gebiete ausreichend geschützt werden, können sich die Arten erholen. Das Ökosystem der Ozeane würde sich stabilisieren, was große wirtschaftliche Vorteile hätte. Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt hätten zwar kurzfristig ihren Preis, doch langfristig würden sich Artenschutz und wirtschaftliche Entwicklung ergänzen, betonen die Forscher.