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Demonstrationen im Irak für und gegen das Urteil

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Demonstrationen im Irak für und gegen das Urteil

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In den Reaktionen auf die Urteile des Tribunals zeigt sich der Irak als gespaltenes Land: In Orten mit schiitischer Bevölkerung wurde das Todesurteil gegen Saddam Hussein mit Begeisterung gefeiert, so auch in Dedscheel, dem Ort des Massakers, das mit diesem Prozess geahndet werden soll.

Saddam müsse hängen, sagte ein Einwohner: Der Tod dieses Verbrechers wäre ein Sieg für diesen Ort Ein anderer erklrärte, er sei natürlich zufrieden: Hier habe es in allen Familien Opfer gegeben, man hätte Saddam gleich zehn Mal verurteilen sollen.
In der Schiiten-Hochburg Sadr City brach Jubel aus.

Dieser Stadtteil Bagdads hieß früher Saddam City. So sollten die widerspenstigen Einwohner stets daran erinnert werden, wer die Macht hatte. Als es mit dieser Macht vorbei war, wurde der Ort umbenannt – nach dem Schiitenführer Mohammed Al Sadr.
Demonstriert wurde auch in Gebieten der Sunniten aber mit einer anderen Botschaft. In Tikrit, der Heimatstadt Saddam Husseins, protestierten dessen Anhänger gegen das Urteil. Schon vor der Urteilsverkündung waren dort einige Dutzend Menschen zusammengekommen; sie riefen: Mit unserem Blut und unserer Seele opfern wir uns für Dich, Saddam. Wir alle wollen Saddam Hussein, sagte ein Mann: Wir lieben Dich und wir vermissen Dich. Die von der Regierung verhängte Ausgangssperre wurde weder in Tikrit noch in den schiitischen Ortschaften durchgesetzt.