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Nicaragua wählt neuen Präsidenten und Parlament

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Nicaragua wählt neuen Präsidenten und Parlament

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In Nicaragua sind die 3,5 Millionen Wahlberechtigten aufgerufen, an diesem Sonntag einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament zu wählen. Insgesamt fünf Kandidaten bewerben sich um das Präsidentenamt in Managua. Die nicaraguanische Regierung hat Tausende von Soldaten mobilisiert, die am Wahltag die Sicherheit in dem armen mittelamerikanischen Land
garantieren sollen.

Nicaragua ist das zweitärmste Land Lateinamerikas. Der Urnengang gilt als besonders wichtig, weil der Anführer der linken Nationalen Sandinisten, Daniel Ortega, an die Macht zurückkehren könnte. Der jetzt 60-jährige Ex-Revolutionär hatte das Land bereits Ende der 80er Jahre regiert und war 1990 abgewählt worden.

Sein schärfster Konkurrent ist der Konservative Eduardo Montealegre von der Liberalen Nationalen Allianz. Montealegre will den Kurs der pragmatischen Wirtschaftspolitik des derzeitigen Präsidenten Enrique Bolanos fortsetzen. Er strebt auch eine enge Zusammenarbeit mit den USA und den Nachbarn der Region an.

Sollte es zu einer Stichwahl kommen, werden Montealegre die größeren Chancen eingeräumt, weil ihn dann die übrigen drei Kandidaten, José Rizo von den Liberalen sowie zwei Linkspolitiker, gegen Ortega unterstützen würden. Mehrere hundert Beobachter aus Amerika und Europa, unter ihnen der frühere US-Präsident Jimmy Carter, werden die Wahlen überwachen.
Erste Ergebnisse werden am Montag erwartet.