Eilmeldung

Eilmeldung

Wahlkampf mit Verunglimpfung des politischen Gegners

Sie lesen gerade:

Wahlkampf mit Verunglimpfung des politischen Gegners

Schriftgrösse Aa Aa

Wahlkampf – das ist in den USA auch der Wettbewerb, wer am wirkungsvollsten mit Dreck zu werfen versteht. Der Wahrheitsgehalt der Werbespots spielt dabei keine Rolle. Hier wird einem Kandidaten der Demokraten vorgeworfen, er würde für Steuergelder nicht Herzkrankheiten erforschen lassen sondern die Matrubationsgewohnheiten alter Männer.

Hank Scheinkopf, seines Zeichens Politikberater, betont, gewöhnlich würden 98 Prozent der Amtsinhaber wiedergewählt.
Verhindern lasse sich das nur, indem man ihnen schlimme Fehler, eben etwas sehr Negatives nachsage. Mit diesem Kinderlied im Wahlspot der Demokraten etwa wird über die Vetternwirtschaft der republikanischen Amtsinhaber hergezogen.

Musik wirke besonders gut, versichert der Fachmann, dazu Grafiken – eben Mittel, mit denen man Aufmerksamkeit errege und Gefühle anspreche. Er sagt:” Wir leben in einer Kultur von Klatsch und Unterhaltung und nichts ist unterhaltender als negative Politikwerbung”

Wenn also in einem Spot der Republikaner Osama bin Ladens Reden mit dem Ticken einer Bombe unterlegt werden, dann weckt das Angst und damit die Bereitschaft, die Sicherheitspolitik der Werbenden zu akzeptieren. Caroll Doherty, ein anderer Mann vom Fach der Politikwerbung, verweist auf Studien, wonach Menschen leichter mit negativer Werbung zu beeinflussen sind als mit positiver.

Der spot mit namen “Daisy girl” der Demokraten für den späteren Präsidenten Johnson von 1964 , in dem für den Fall des Scheiterns des Kandidaten mit nuklearem Untergang gedroht wird, ist das klassische Beispiel für Wählerbeeinflussung durch engative Aussichten. Diese politische Kultur folgt der Logik, irgend etwas wird schon hängenbleiben, wenn man den Gegner nur intensiv genug mit Dreck bewirft.