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Kirgisistan: Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Regierungsanhängern und -gegnern

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Kirgisistan: Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Regierungsanhängern und -gegnern

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In der kirgisischen Hauptstadt Bischkek ist es am Dienstag zu schweren Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern von Präsident Kurmanbek Bakijew gekommen. Beide Seiten bewarfen einander mit Steinen und Flaschen und gingen mit Schlagstöcken aufeinander los. Die Polizei setzte Tränengas ein; die Behörden ließen gepanzerte Truppentransporter auffahren, um die beiden gegnerischen Lager voneinander zu trennen. Die Auseinandersetzungen sind eine Folge der andauernden Regierungskrise in dem zentralasiatischen Staat. Zuvor hatte Präsident
Bakijew eine von Abgeordneten der Opposition verabschiedete neue Verfassung als Versuch der illegalen Machtergreifung abgelehnt und sogar mit der Auflösung des Parlaments gedroht.

Seit fast zwei Jahren ist die politische Lage in der ehemaligen Sowjetrepublik angespannt. Präsident Bakijew hatte bei Amtsantritt versprochen, gegen Korruption und Misswirtschaft vorzugehen, was ihm nach Meinung von Beobachtern freilich kaum gelungen ist. Die jüngsten Zusammenstöße sind Ausdruck der fragilen politischen und sozialen Situation in Kirgisistan. Mehrere Rettungswagen mussten Verletzte abtransportieren. Nach offiziellen Angaben wurden sechs Menschen mit Schussverletzungen oder Gasvergiftungen ins Krankenhaus gebracht.