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Neue Anschläge in Bagdad

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Neue Anschläge in Bagdad

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In Iraks Hauptstadt Bagdad hat es neue Anschläge gegeben. So starb außer dem Attentäter ein Mensch, als eine Autobombe explodierte. Eine weitere Autobombe in der Nähe eines Armeekonvois tötete einen Soldaten. Drei Iraker starben, als im Stadtzentrum mehrere Mörsergranaten einschlugen. Nach einem Selbstmordanschlag von gestern abend ist die Zahl der Todesopfer nach Polizeiangaben auf 21 gestiegen. Ziel des Anschlags war ein Café, das von Moslems der schiitischen Glaubensrichtung besucht wird.

Inzwischen hat die größte Partei der Sunniten im Parlament damit gedroht, sich aus der Regierung zurückzuziehen. Sie wolle den bewaffneten Kampf wieder aufnehmen, wenn die Regierung nicht endlich die Milizen im Land entwaffne. Die Sunniten waren in den letzten Tagen ihrerseits Ziel mehrerer blutiger Anschläge.

Ebenfalls in Bagdad geht heute auch der zweite Prozess gegen den früheren Machthaber Saddam Hussein weiter. Dabei geht es um die Massentötung von Kurden im Nordirak in den 80er Jahren. Vor drei Tagen war Saddam in einem anderen Prozess zum Tod verurteilt worden, wegen der Hinrichtung von 148 Schiiten – als Rache nach einem gescheiterten Anschlag auf ihn. Hier wird es aber noch einen Berufungsprozess geben.

Ministerpräsident Nuri al-Maliki, ebenfalls ein Schiit, erwartet aber, dass Saddam Hussein noch vor dem Jahresende hingerichtet wird. Solche Äußerungen habe ihm aber auch vorher schon den Vorwurf eingetragen, die Justiz beeinflussen zu wollen.