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Ex-DDR-Spionagechef Wolf 83-jährig gestorben

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Ex-DDR-Spionagechef Wolf 83-jährig gestorben

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Der legendäre frühere Chef der DDR-Auslandsspionage Markus Wolf ist tot. Der ehemalige Generaloberst der Staatssicherheit starb im Alter von 83 Jahren in der Nacht zum Donnerstag in Berlin. Er sei friedlich eingeschlafen, teilte seine Familie mit. Wolf galt lange als “Mann ohne Gesicht”, weil erst Ende der 70er Jahre erste Bilder von ihm im Westen auftauchten. Markus Wolf war der Sohn des jüdischen Arztes und Schriftstellers Friedrich Wolf. Sein Vater war Kommunist und wurde von den Nazis verfolgt. Mit ihm emigrierte er 1933 in die Sowjetunion.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nach Deutschland zurück und arbeitete zunnächst als Journalist. 1956 bis 1986 leitete Wolf die Hauptverwaltung Aufklärung des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit. Der spektakulärste Erfolg des DDR-Spionagechefs war die Rekrutierung des Kanzleramtsspions Günter Guillaume. Dessen Enttarnung 1974 führte zum Rücktritt des damaligen Bundeskanzlers Willy Brandt.

Schon vor der Wende bekannte er sich zur Perestroika und quittierte den Dienst. Bei der großen Massendemonstration am 4. November 1989 auf dem Alexanderplatz allerdings wurde er von aufgebrachten Demonstranten ausgepfiffen. Sie nahmen ihm seine kritische Position nicht ab.

Nach der Wiedervereinigung setzte sich Wolf zunächst nach Moskau ab. Nach seiner Rückehr musste er sich mehrmals vor Gericht für seine Stasi-Tätigkeiten verantworten. Seine Verurteilung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung wegen Freiheitsberaubung bezeichnete er als “Siegerjustiz”.

Markus “Mischa” Wolf starb auf den Tag genau 17 Jahre nach dem Fall der Mauer.