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Beit Hanun: Palästinenser appellieren an Sicherheitsrat - Israel bedauert "technischen Fehler"

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Beit Hanun: Palästinenser appellieren an Sicherheitsrat - Israel bedauert "technischen Fehler"

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Zehntausende Palästinenser haben am Donnerstag im Gazastreifen an den Begräbnisfeierlichkeiten für die 18 Opfer des israelischen Artillerieangriffs von Mittwoch teilgenommen. Die Toten wurden durch die Straßen der Grenzstadt Beit Hanun getragen und auf einem neu angelegten Friedhof beigesetzt. Der palästinensische UN-Beobachter Rijad Mansur richtete bei einer Dringlichkeitssitzung des Weltsicherheitsrats in New York einen Appell an die Internationale Gemeinschaft. “Das ist Terrorismus, das ist Staatsterrorismus”, sagte Mansur. “Das sind Kriegsverbrechen, für die die Täter nach internationalem Recht zur Verantwortung gezogen werden müssen.”

Der stellvertretende UNO-Botschafter Israels Daniel Carmon äußerte zwar Bedauern, meinte aber gleichzeitig, die Toten seien im Grunde “Opfer des Hamas-Terrorismus” – wenn die Hamas nicht ständig Raketen nach Israel feuerte, wäre der Zwischenfall in Beit Hanun nicht passiert. “Was ist es genug, wann soll man einen Schlusspunkt setzen?”, so Carmon. “Nach 1000 Raketen, nach 2000? Wann ist genug genug?”

Ein Resolutionsentwurf, in dem Israels Militäraktionen verurteilt werden, wurde im Sicherheitsrat nicht diskutiert – es galt als sicher, dass der Entwurf am Veto der USA gescheitert wäre. Die israelische Regierung hatte den Angriff von Beit Hanun zuvor als Folge eines technischen Fehlers bezeichnet und erklärt, dass sich solche Tragödien auch in Zukunft nicht ausschließen ließen.