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Britischer Geheimdienst warnt vor Terroranschlägen

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Britischer Geheimdienst warnt vor Terroranschlägen

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Der britische Inlands-Geheimdienst MI5 hat vor einer wachsenden Terrorismus-Gefahr gewarnt. Rund dreißig Anschläge würden zur Zeit in Großbritannien vorbereitet, sagte MI5-Chefin Eliza Manningham-Buller. Man überwache etwa zweihundert mutmaßliche Terroristenzellen mit mehr als 1600 Verdächtigen. Mit ihrer Warnung wolle sie ein realistisches Bild der Bedrohung vermitteln, sagte die Geheimdienstchefin, die ansonsten nur äußerst selten öffentlich auftritt.

Ihr Personal hat sich seit den Anschlägen in den USA von 2001 verdoppelt. Sie warnte aber, der MI5 könne trotzdem nicht annähernd alles untersuchen, was vor sich gehe. Es sei eine schwere Entscheidung, wofür er seine Mittel einsetzen solle.

Regierungschef Tony Blair schloss sich der Warnung der Geheimdienstchefin an. Er halte die Bedrohung schon seit Jahren für sehr wirklich, sagte er. Sie habe sich über eine Generation hinweg aufgebaut, nicht nur hier, auch in Indien, Frankreich oder anderen Ländern. Manningham-Buller habe völlig recht, wenn sie sage, dass das auch noch eine Generation lang anhalten wird.

Ihre Warnungen kamen kurz nach der Verurteilung eines britischen Moslems zu lebenslanger Haft. Der Mann plante unter anderem einen Anschlag mit einer so genannten schmutzigen, also radioaktiven, Bombe.

Den jüngsten Terroranschlag in Großbritannien gab es im letzten Jahr: Am 7. Juli zündeten Selbstmordattentäter in London ihre Bomben in drei U-Bahnen und einem Bus. 52 Menschen rissen sie mit sich in den Tod. Dieses Jahr im August wurden dann möglicherweise mehrere Anschläge auf Flugzeuge vereitelt. Nach Angaben der britischen Sicherheitskräfte sollten die Maschinen mit neuartigem Flüssigsprengstoff zerstört werden. Dieser Sprengstoff wäre erst an Bord aus unschädlichen Bestandteilen zusammengemischt worden.