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Gorleben erwartet neuen Castortransport

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Gorleben erwartet neuen Castortransport

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Die Clowns hier sehen zwar lustig aus, aber das alles ist bitterernst gemeint: Es ist das norddeutsche Gorleben, und wie fast immer um diese Jahreszeit rollt ein Zug mit so genannten Castorbehältern an, zwölf Behältern mit radioaktivem Abfall. Tausende Demonstranten erwarten ihn in Gorleben schon.

Freitagabend war der Zug in Nordfrankreich losgerollt. Er bringt deutschen Atommüll, der dort in La Hague aufbereitet wurde, wieder zurück nach Deutschland. Schon in Frankreich wurde der Castortransport mehrere Male aufgehalten. Kernkraftgegner hatten die Gleise blockiert. Gegen abend erreichte der Zug mit einigen Stunden Verspätung die deutsche Grenze.

Auch in Gorleben gab es die erste Blockade: 36 Traktoren versperrten eine Straße, auf der die Castorbehälter die letzten zwanzig Kilometer zurücklegen müssen. Die Polizei beschlagnahmte die Traktoren. Am Sonntag wird der Castorzug in Dannenberg erwartet, wo Spezialkräne die Behälter auf Lastwagen umladen. Erfahrungsgemäß beginnt dann auf den Straßen nach Gorleben der schwerste Teil der Fahrt, jedenfalls für die Polizisten.

In Gorleben lagern zur Zeit in einer großen Halle 68 Castorbehälter. Rund doppelt so viele sollen es in den nächsten Jahren werden; Platz wäre aber auch noch für weitaus mehr. Gorleben ist aber nur ein Zwischenlager. Ein endgültiges Lager für stark radioaktiven Abfall in Deutschland gibt es nach wie vor nicht. Die Pläne, ein solches Lager im Gorlebener Salzstock einzurichten, waren bisher nicht durchsetzbar.