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Staatsbegräbnis für früheren türkischen Ministerpräsidenten Ecevit

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Staatsbegräbnis für früheren türkischen Ministerpräsidenten Ecevit

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Zehntausende Menschen haben in der türkischen Hauptstadt Ankara dem früheren Ministerpräsidenten Bülent Ecevit das letzte Geleit gegeben. Ecevit war am vergangenen Sonntag im Alter von 81 Jahren gestorben. Er hatte im Frühjahr einen Schlaganfall erlitten, von dem er sich nicht mehr erholte.

Für die Beisetzung auf dem Staatsfriedhof von Ankara hatte das türkische Parlament eigens das Gesetz geändert. Der Friedhof war bisher für Staatspräsidenten und ranghohe Waffengefährten des Republikgründers Atatürk reserviert. Ecevit stand in dessen Tradition – als ein entschiedener Verfechter der Trennung von Staat und Religion. Er war fast ein halbes Jahrhundert lang eine der wichtigsten Figuren der türkischen Politik. Der Sozialdemokrat war mehrfach Ministerpräsident, zwei Mal für längere Zeit. Seine letzte Amtszeit endete vor drei Jahren.

Im Unterschied zu anderen türkischen Politikern wurde er nie mit Korruption in Verbindung gebracht. Gefeiert wurde er als “Held von Zypern”, da er 1974 den Einmarsch türkischer Truppen befahl – nach einem von der damaligen griechischen Militärjunta unterstützten Putsch auf der Insel. Das Zypernproblem belastet bis heute die Frage eines EU-Beitritts der Türkei. Es war wiederum Ecevit, der als Ministerpräsident den Kandidatenstatus für sein Land erhielt.