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Der Konflikt zwischen Georgien und Südossetien

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Der Konflikt zwischen Georgien und Südossetien

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Der Konflikt zwischen Südossetien und Georgien begann kurz nach der Oktoberrevolution. Das zuvor vom zaristischen Rußland annektierte Georgien hatte sich zur “Demokratischen Republik” erklärt – das kleine Südossietien aber hatte sich als “Sowjetrepublik” auf die Seite der Bolschewiki geschlagen.

Als 1991 die Sowjetunion zusammenbrach, wollten die Bürger Südossetien wieder unabhängig werden – in Tiflis hatte aber inzwischen der Nationalist Swiad Gamsachurdia das Sagen. Und der setzte auf Gewalt. Er schickte die georgische Nationalgarde.

Bis heute beschuldigen sich beide Seiten, Gräultaten verübt zu haben. Ein Jahr später wurde der Scharfmacher in Tiflis aus dem Amt gejagt. Sein Nachfolger Eduard Schewardnadse einigte sich mit Russland auf eine Waffenstillstand und eine gemeinsame “Friedenstruppe” mit 500 russischen Soldaten.

Weitere 12 Jahre später – im Herbst 2004 -übernahm nach der “Rosenrevolutuion” Michail Saakaschwili die Macht. Er sagte:” Erstmals seit 12 Jahren bietet die georgische Regierung Südossetien den Autonomiestatus an – unter internationaler Aufsicht.”

In den vergangenen 12 Jahren aber waren durch Flucht und Vertreibung Tatsachen geschaffen worden. Ergab die Volkszählung von 1989 noch 60 Prozent Osseten und 30 Prozent Georgier, so haben inzwischen Georgier massenhaft die völkerrechtlich nicht anerkannte “Republik Südossetien” verlassen.

In einigen Orten, in denen Georgier und Osseten nach wie vor friedlich miteinander leben, haben sie jetzt symbolisch Gegen-Referenden abgehalten. Sie wollen ihre Heimat nicht wieder in einen Krieg geraten lassen, sagt ihr Sprecher. Sie wollen sich nicht spalten lassen in eine ossetischen und eine grusinische Seite. Die im Russischen heute noch gebräuchliche Bezeichnung “Grusinien” für Georgien geht auf Stalin zurück, unter dessen eiserner Herrschaft Grusinien 1936 der UdSSR zugeschlagen wurde.

In seinem Heimatort Gori leben heute Flüchtlinge wie diese Frau, die keine “Republik Südossetien” wollen. Für sie ist das gleichbedeutend mit Verlust der Heimat. Wobei immer noch nichts zu den tieferen Ursachen dieses Konflikts gesagt ist. Die müsste man – wie so oft – weit zurück in der Geschichte suchen und gleichzeitig in Machtinteressen der größeren Nachbarn, Russland eingeschlossen.