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Letzter pro-syrischer Minister im Libanon zurückgetreten

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Letzter pro-syrischer Minister im Libanon zurückgetreten

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Die Regierungskrise im Libanon verschärft sich. Mit Umweltminister Sarraf ist das sechste und zugleich letzte pro-syrische Regierungsmitglied zurückgetreten. Die Hisbollah und die anderen pro-syrischen Parteien fordern mehr Einfluss im Kabinett des westlich orientierten Ministerpräsidenten Fuad Siniora.

Die Hisbollah begründet ihre Forderung mit dem Erfolg im Krieg gegen Israel. Am Wochenende waren bereits fünf Minister zurückgetreten. Die restlichen Kabinettsmitglieder stimmten einem Vorschlag der Vereinten Nationen zu, ein Sondertribunal zur Ermordung des ehemaligen Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri einzurichten.

Laut dem Entwurf des Sicherheitsrats sollen die Verdächtigen vor ein Gericht mit libanesischen und internationalen Richtern gestellt werden. UN-Sonderermittler hatten Verbindungen zwischen den Attentätern und Syrien festgestellt. Das Land hatte Libanon Jahrzehnte lang militärisch und politisch fest im Griff.

Bei dem Anschlag im Februar vergangenen Jahres wurden außer Hariri etwa 40 Menschen getötet. Beobachter befürchten jetzt, dass der Konflikt zwischen den pro- und anti-syrischen Kräften auf den Straßen ausgetragen werden könnte. Die radikale Hisbollah hat bereits Massendemon-strationen angekündigt.