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Frauenrechte in Pakistan gestärkt

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Frauenrechte in Pakistan gestärkt

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Pakistan hat einen großen Schritt zur Verbesserung seiner Menschenrechtssituation gemacht: Ein neues Gesetz stärkt Frauen, die Opfer einer Vergewaltigung wurden. Sie müssen nun nicht mehr vier Männer als Zeugen aufbringen. So sahen es die international kritiseirten, sehr strengen islamischen Regelungen von 1979 vor. Andernfalls drohte dem Opfer ein Verfahren wegen Ehebruchs.

Heute nahm das pakistanische Parlament die Reform an. Die Regierung hatte für den verstärkten Schutz der Frauen geworben und betont, das neue Gesetz sei konform mit dem Koran. Fundamentalistische Abgeordnete boykottierten die Abstimmung mit der Begründung, das Gesetz mache Pakistan zu einer Gesellschaft der “sexuellen Befreiung”.

Laut Amnesty International sind Vergwaltigungen und Massenvergewaltigungen in Pakistan weit verbreitet. Wollen Opfer gegen die Täter vorgehen, wird ihnen oft gedroht oder tatsächlich Gewalt angetan. Das neue Gesetz löst Vergewaltigung aus der Sphäre religiöser Regeln und macht es zur eindeutigen Straftat. Dieser Schritt gilt auch als Barometer dafür ob, Präsident Pervez Musharraf seinen Kurs der “gemäßigten Modernisierung” durchsetzen kann.