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Russischer ex-Geheimagent nach Giftanschlag in London in Lebensgefahr

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Russischer ex-Geheimagent nach Giftanschlag in London in Lebensgefahr

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Nach einem Giftanschlag in einer Londoner Sushi-Bar schwebt ein früherer russischer Geheimagent in Lebensgefahr: Alexander Litwinenko, vormals Offizier der KGB-Nachfolgeorganisation FSB, hatte sich am 1.November in der Sushi-Bar am Picadilly Circus mit einem Informanten getroffen, der ihm brisantes Material übergeben sollte. Kurz danach stellten sich Symptome einer Vergiftung ein. Am Klinikum des University College wurde eine schwere Thallium-Vergiftung festgestellt. Schon ein Gramm dieses Schwermetalls wirkt tödlich. Litwinenkos Zustand hat sich in den vergangenen Tagen
weiter verschlechtert.

Alex Goldfarb, ein Freund Litwinenkos, sagte, dieser habe mit seiner regimekritischen Haltung den Kreml und den russischen Geheimdienst verärgert. Seit sieben Jahren sei er bedroht worden. Litwinenko hatte sich vor sechs Jahren nach Großbritannien abgesetzt. Von dort aus führte er zuletzt Ermittlungen wegen des Mordes an der Kreml-kritischen Journalistin Anna Politowskoja im vergangenen Monat beschäftigt. Angeblich stand das Treffen in der Londoner Sushi-Bar in diesem Zusammenhang. Litwinenkos Überlebenschancen wurden von Ärzten mit fünfzig zu fünfzig angegeben.