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28 Patienten zu Tode gespritzt: Lebenslange Haft für "Todespfleger von Sonthofen"

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28 Patienten zu Tode gespritzt: Lebenslange Haft für "Todespfleger von Sonthofen"

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Ein ehemaliger Krankenpfleger muss wegen der Tötung zahlreicher Patienten lebenslänglich ins Gefängnis – dieses Urteil hat das Landgericht Kempten am Montag nach einem mehrmonatigen Prozess gefällt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Angeklagte 28 meist alten und schwer kranken Patienten eine tödliche Spritze verabreicht hatte. In 12 Fällen ging das Gericht von Mord aus, in 15 von Totschlag, in einem Fall von Tötung auf Verlangen.

Das Hauptargument der Verteidigung, der Mann habe nicht aus Heimtücke, sondern aus Mitleid gehandelt, ließen die Richter dabei nicht gelten. Die Familien der Opfer reagierten mit Zustimmung und Erleichterung. “Dass man Mitleid nicht anerkannt hat, ist ganz wichtig für uns”, so eine Angehörige, “denn es war kein Mitleid, und dass er in so vielen Fällen für Mord verurteilt wurde ist auch gerecht.”

Der ehemalige Krankenpfleger hatte laut Anklage im Krankenhaus von Sonthofen 28 Patienten zu Tode gespritzt, bevor er im Sommer 2004 festgenommen worden war. Es handelte sich um die spektakulärste Serie von Patiententötungen in der deutschen Nachkriegsgeschichte.