Eilmeldung

Eilmeldung

Ex-Spion Litwinenko nach Giftanschlag auf Intensivstation

Sie lesen gerade:

Ex-Spion Litwinenko nach Giftanschlag auf Intensivstation

Schriftgrösse Aa Aa

Der Gesundheitszustand des ehemaligen russischen Spions Alexander Litwinenko hat sich weiter verschlechtert. Die Ärzte in der Londoner Universitätsklinik gehen davon aus, dass Litwinenko mit dem Schwermetall Thallium vergiftet wurde. Thallium wirkt bereits in kleinsten Dosen tödlich, der Tod tritt jedoch nicht sofort ein, sondern erst nach Tagen oder Wochen. Ein Kreml-Sprecher wies unterdessen Vorwürfe zurück, die russische Regierung habe etwas mit dem Giftanschlag zu tun. Die Anschuldigungen seien so wörtlich “Irrsinn”. 2001 erhielt Litwinenko politisches Asyl in Großbritannien, nachdem er ein Komplott offengelegt hatte, den Ölmilliardär Boris Beresowski zu ermorden. Als Drahtzieher hinter den Mordplänen vermutete Litwinenko den Kreml.

Alexander Litwinenko ist dem Kreml seit langem ein Dorn im Auge. Er hielt mit seiner Kritik an Wladimir Putin nie hinterm Berg und kritisierte stark dessen Tschetschenien-Politik. In einer Sushi-Bar in London hatte sich Litwinenko am 1. November mit einem Informanten getroffen. Unmittelbar danach fühlte er sich unwohl und wurde krank. Der Informant hatte ihm Namen im Zusammenhang mit dem Mord an der Journalistin Anna Politkovskaya zukommen lassen. Auch sie hatte Putins Tschetschenienpolitik offen kritisiert.