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Neuer Vorstoß der Nasdaq: Londoner Börse sagt nein zu Übernahme

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Neuer Vorstoß der Nasdaq: Londoner Börse sagt nein zu Übernahme

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Erneut hat in Europa ein amerikanischer Börsenbetreiber die Hand nach einem wichtigen Finanzmarkt ausgestreckt. Die New Yorker Nasdaq will die London Stock Exchange übernehmen. Die Elektronikbörse ist bereits zu knapp 30 Prozent an der LSE beteiligt und bietet für den Rest rund vier Milliarden Euro. Dies wurde von London umgehend als zu wenig abgelehnt – wie schon eine erste Offerte im Frühjahr. Die Geschäftsführung sagte auch nein zu einem Treffen der Unternehmensspitzen. Ein Zusammenschluss brächte möglicherweise die zweitgrößte transatlantische Handelsplattform – der Börsenwert der dort notierten Unternehmen beliefe sich auf insgesamt 9500 Milliarden Euro.

Analysten zufolge will die Führung der LSE nun ein noch höheres Angebot der Nasdaq für ihre Aktionäre herausholen. Gleichzeitig werde London Ausschau nach einem Weißen Ritter aus Europa halten, um die New Yorker Offensive abzuwehren.

In Frage kommt demnach entweder der Stockholmer Marktbetreiber OMX oder die Deutsche Börse AG. Die Frankfurter hatten sich bereits früher an London interessiert gezeigt und erst in der vergangenen Woche ihre Bemühungen um eine Fusion mit Euronext aufgegeben.

Die Übernahme von Euronext durch die New Yorker Wall Street gilt als sicher, allerdings müssen die Aktionäre den Plänen der Amerikaner noch zustimmen. Ob die transatlantischen Megabörsen indes erfolgreich sind, wird von Experten durchaus in Frage gestellt. Auch sei nicht sicher, ob nach einer Verschmelzung amerikanische Regeln der Unternehmensführung Einzug in Europa hielten.