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Wahltag in Mauretanien

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Wahltag in Mauretanien

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Das Zählen beginnt: Gut eine Million Mauretanier waren zur Parlaments- und Kommunalwahl aufgerufen. Die Wahlbeteiligung war hoch – nach Jahrzehnten, in denen das nordwestafrikanische Land nur Militärputsche und Einparteienherrschaft gekannt hat: Noch nie gab es einen friedlichen Machtwechsel. Mauretanien ist ein islamisch geprägtes Land, bis hin zum Rechtssystem; aber auch ein Verbündeter des Westens. Das Besondere bei dieser Wahl: Frauen ist ein Fünftel der Parlamentssitze vorbehalten; auch für die Kandidatenlisten der Parteien gilt diese Quote.

Beobachter haben kaum etwas zu beanstanden, nur Kleinigkeiten fallen auf. Die Chefin der EU-Mission, Marie Anne Isler Béguin, nennt als Beispiel, dass sogar vor den Wahllokalen der Wahlkampf noch munter weiterging – aber das sei alles, was sie sagen könne.

Auch der Militärmachthaber gab seine Stimme ab: Nach dem unblutigen Putsch vor gut einem Jahr hatte die Militärregierung demokratische Verhältnisse innerhalb von zwei Jahren versprochen. Die jetzige Wahl ist ein wichtiger Schritt: Im März soll dann auch ein Präsident gewählt werden. Die Mitglieder der Militärregierung kandidieren weder dafür noch für das Parlament.

Mehr Demokratie und die neu erschlossenen Ölvorkommen vor der Küste: Für das bisher bettelarme Mauretanien könnten bessere Zeiten anbrechen. Das vorläufige Wahlergebnis wird heute abend erwartet.