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Libanesischer Minister ermordet - Spannungen im Land nehmen zu

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Libanesischer Minister ermordet - Spannungen im Land nehmen zu

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Der libanesische Industrieminister Pierre Gemayel ist am Dienstag einem Attentat zum Opfer gefallen. Nach Angaben von Sicherheitskräften eröffneten bewaffnete Männer aus einem vorbeifahrenden Auto heraus das Feuer auf den Konvoi des Ministers, als dieser gerade durch ein christliches Viertel nördlich von Beirut fuhr. Gemayel wurde von mehreren Schüssen getroffen. Ein Rettungswagen brachte ihn in ein Krankenhaus, wo der 34-jährige wenig später seinen Verletzungen erlag. Der oder die Täter konnten laut den Sicherheitskräften entkommen.

Der als Syrien-Kritiker bekannte Gemayel war das jüngste Mitglied im libanesischen Kabinett. Er entstammte einer Politiker-Dynastie: Sein Vater ist der ehemalige Präsident Amin Gemayel, sein Großvater hatte die rechtgerichtete maronitische Falange-Partei gegründet, der Gemayel angehörte. Sein Onkel, der Milizführer Bechir Gemayel, war 1982 bei einem Bombenanschlag auf das Falange-Hauptquartier in Beirut ums Leben gekommen.

Der Libanon befindet sich in einer schweren innenpolitischen Krise – und diese wird durch das Attentat voraussichtlich verschärft. Die pro-syrischen Kräfte unter Führung der schiitischen Hisbollah haben gedroht, die Regierung durch Massenproteste zu stürzen, falls diese nicht der Bildung einer Regierung der nationalen Einheit oder vorgezogenen Wahlen zustimmt. Gemayel selbst hatte den Rücktritt des pro-syrischen Präsidenten Emile Lahoud gefordert.