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Wahlkampf in den Niederlanden beendet

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Wahlkampf in den Niederlanden beendet

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In den Niederlanden ist einen Tag vor der Parlamentswahl der Wahlkampf zu Ende gegangen. Zusammen mit den Liberalen bilden die Christdemokraten derzeit eine Minderheitsregierung, und auch nach dieser vorgezogenen Neuwahl dürfte die Regierungsbildung schwierig werden. In Umfragen liegt Ministerpräsident Jan Peter Balkenende weiter vorn. Der 50-jährige darf wohl auf eine weitere Amtszeit hoffen. Wirtschaftsaufschwung, sinkende Arbeitslosenzahlen und erstklassige Staatsfinanzen sorgen neuerdings für gute Umfragewerte bei den Christdemokraten.

Wouter Bos und seine Sozialdemokraten gaben hingegen nach; sie könnten bis zu acht ihrer Parlamentssitze verlieren. Kritiker werfen Bos vor, lediglich auf eine große Koalition zu schielen und deshalb zu sanft mit den Christdemokraten umzugehen. Bos traf sich gestern abend mit Jan Marijnissen von den Sozialisten und mit den Grünen – wohl auch, um über eine mögliche Koalition zu sprechen. Nummer drei in den Umfragen: die Rechtsliberalen. Allerdings verlor die populäre Ausländerministerin Rita Verdong die Abstimmung um die Spitzenkandidatur, die Wähler dürften das mit Zurückhaltung quittieren. Mit Verlusten muss auch der Rechtspolulist Geert Wilders rechnen, dessen Themen längst andere Parteien besetzt haben. Beobachter gehen davon aus, dass Ministerpräsident Balkenende nach der Wahl einen weiteren Koalitionspartner suchen muss. Die in den Niederlanden ohnehin langwierigen Regierungsverhandlungen könnten sich deshalb diesmal noch schwieriger gestalten.