Eilmeldung

Eilmeldung

Libanon: Hunderttausende geben Pierre Gemayel das letzte Geleit

Sie lesen gerade:

Libanon: Hunderttausende geben Pierre Gemayel das letzte Geleit

Schriftgrösse Aa Aa

Der Libanon hat dem ermordeten Minister Pierre Gemayel die letzte Ehre erwiesen. Vom frühen Morgen an fanden sich bis zu einer halben Millionen Menschen auf dem Märtyrerplatz in Beirut ein – um ihre Trauer zu zeigen, aber auch ihren Zorn auf die Hintermänner des Attentats.

Sie sind überzeugt, dass Gemayel das jüngste Opfer in einer ganzen Serie von politischen Morden war, in die die Regierung des Nachbarlandes Syrien verwickelt sein soll. Damaskus hat seit dem Attentat am Dienstag jede Verantwortung zurück gewiesen.

In der Sankt-Georgs-Kathedrale fand der Trauergottesdienst für den populären christlichen Politiker statt. Der libanesische Regierungschef Fuad Siniora und der Sohne des früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri kondolierten dem Vater des Toten, Amin Gemayel.

An dem Gottesdienst nahm auch Parlamentspräsident Nabih Berri teil, ein wichtiger Verbündeter der pro-syrischen Hisbollah.
Kardinal Nasrallah Sfeir versuchte die Familie und das Land zu trösten, trotz des Todes von Gemayel: Das Gute werde das Böse überwiegen. Das Oberhaupt der maronitischen Kirche rief die Polizei auf, die Schuldigen zu finden. Am Abend wurde der Sarg in Gemayels nahem Heimatort Bikfaya zurück gebracht, um von der Familie beerdigt zu werden. Auch dort kamen unzählige Menschen zusammen, um ihr Mitgefühl auszudrücken.

Die Gemayels gelten nicht zuletzt wegen der vielen Toten, die sie bereits zu beklagen hatten als der Kennedy-Clan des Libanon. Der Tag war einer der Trauer um den 34-jährigen Pierre Gemayel, aber er bleibt voraussichtlich nicht ohne politischen Folgen für den Libanon oder sogar für die ganze Region.