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Libanon: Trauerfeier wird zu Massendemonstration

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Libanon: Trauerfeier wird zu Massendemonstration

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Der Libanon nimmt Abschied von dem ermordeteten Industrieminister Pierre Gemayel. Zwei Tage nach seinem Tod wird er beerdigt. In der Sankt Georgs Kathedrale in Beirut fand am Mittag der Trauergottesdienst für den Politiker statt, der einer christlichen Minderheit im Libanon angehörte. Der libanesische Regierungschef Fuad Siniora und der Sohn des früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri kondolierten dem Vater des Toten. Der syrien-kritische Industrieminister Pierre Gemayel war vorgestern auf offener Straße erschossen worden.

Auf dem Märtyrer-Platz haben sich Zehntausende versammelt – um ihrer Trauer Audruck zu verleihen, aber auch ihrem Zorn über die Hintermänner des Attentats. Sie sind überzeugt dass Gemayel das jüngste Opfer in einer ganzen Reihe von politischen Morden war, in die die Regierung Syriens verwickelt sein soll.

Gemayels Anhänger fordern, dass ein internationales Tribunal Aufklärung und Gerechtigkeit bringt. Der UN-Sicherheitsrat hat in der Nacht Unterstützung bei den Ermittlungen zugesagt. Sinioras westlich-orientierte Regierung hatte die Bevölkerung aufgerufen, an der Trauerfeier in Beirut teilzunehmen. Sie will nicht zuletzt der pro-syrischen, radikalislamischen Hisbollah zeigen, dass die Mehrheit der Libanesen hinter ihr steht. Die Hisbollah hatte gedroht, die Regierung mit Massenprotesten zu stürzen, falls sie nicht mehr Macht bekomme.