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Trauerzug für Pierre Gemayel als politische Botschaft des anti-syrischen Lagers

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Trauerzug für Pierre Gemayel als politische Botschaft des anti-syrischen Lagers

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Die Beerdigung von Pierre Gemayel war nicht nur ein Zeichen der Anteilnahme Hunderttausender sondern auch eine politische Botschaft des anti-syrischen Lagers im Libanon an die pro-syrische Hisbollah. Diese hatte kürzlich Massenproteste gegen die Regierung angekündigt – nun geriet Gemayels Trauerzug zu einer gewaltigen Gegendemonstration.

Ex-Präsident Amin Gemayel, der Vater des ermordeten Ministers, bezeichnete seinen Sohn als “Märtyrer des Friedens” und äußerte den Verdacht, die syrische Regierung sei in das Attentat verwickelt – eine Meinung, die von zahlreichen Libanesen geteilt wird. Auch Samir Geagea, der griechisch-orthodoxe Exmilizenführer, ergriff das Wort. Er rief die Menschen auf, im Anschluss an die Beerdigung zum Sitz des pro-syrischen Präsidenten Emile Lahoud zu marschieren, um dessen Rücktritt zu verlangen, sollte Lahoud nicht sein Einverständnis zu einem Untersuchungstribunal geben.

Der Tod Pierre Gemayels dürfte der Regierung in Beirut zusätzliche Sympathien gebracht – und möglicherweise den Graben zwischen Anhängern und Gegnern Syriens vertieft haben. Beobachter warnen jedenfalls bereits vor dem Ausbruch eines neuerlichen Bürgerkriegs im Zedernstaat.