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Kremelkritiker überlebt Giftanschlag nicht - Russischer Ex-Spion stirbt in London

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Kremelkritiker überlebt Giftanschlag nicht - Russischer Ex-Spion stirbt in London

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Drei Wochen nach einem mutmaßlichen Giftanschlag ist der ehemalige russische Geheimagent Alexander Litwinenko gestorben. Der 43-jährige war ein scharfer Kritiker des russischen Geheimdienstes und von Präsident Putin. Scotland Yard nahm Ermittlungen wegen ungeklärter Todesursache auf. Ein Sprecher des Londoner University College teilte mit, Litwinenko sei um 21.21 Ortszeit verstorben.

Eine Vergiftung durch das Schwermetall Thallium halten Toxikologen nicht für die Todesursache. Litwinenko hatte sich am 1. November zum Tee mit zwei ehemaligen KGB-Agenten getroffen und später mit einem Informanten Sushi gegessen. Der Toxikologe Tony Dayan verweist darauf, dass ein verabreichtes Gift möglicherweise nicht mehr im Körper vorhanden ist. Dann könne man nur die Schädigung feststellen, nicht aber die Substanz.

Zuletzt beschäftigte sich Litwinenko mit Recherchen zur Ermordung der russischen Journalistin Anna Politkowskaja. Bei dem Treffen in der Sushi-Bar habe er Dokumente erhalten, die den russischen Geheimdienst mit der Ermordung der Journalistin in Verbindung bringen sollen. Russland hat jede Verwicklung in den Fall zurückgewiesen.