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Berlusconi erleidet Schwächeanfall

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Berlusconi erleidet Schwächeanfall

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Italiens früherer Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist bei einer Rede zusammengebrochen. Der Zwischenfall ereignete sich in Montecatini Terme in der Toskana, bei einem Kongress der Jugendorganisation seiner Partei. Schon kurz danach hatte sich Berlusconi aber offenbar wieder etwas erholt. Nach einer kurzen Untersuchung durch seinen persönlichen Arzt verließ er zu Fuß den Tagungsort. Wie sein Sprecher mitteilte, flog Berlusconi dann mit einem Hubschrauber in sein Haus bei Mailand. Vermutlich sei der Schwächeanfall durch die Einnahme von Antibiotika verursacht worden.

Am Abend teilte Berlusconi mit, er werde sich über Nacht in ein Mailänder Krankenhaus begeben. Ein EKG habe leichte Unregelmäßigkeiten im Herzschlag gezeigt. Die Ärzte wollten das jetzt über einen Zeitraum von 24 Stunden beobachten.

Berlusconi war vor kurzem siebzig Jahre alt geworden. Vor einigen Jahren erkrankte er an Prostatakrebs, ist aber nach eigener Aussage geheilt. Berlusconi ist Großunternehmer und Italiens reichster Mann. Zweimal war er Ministerpräsident, zuletzt fünf Jahre lang bis zum Mai dieses Jahres. Nach wie vor leitet er seine Partei Forza Italia und ist damit Oppositionsführer.

Trotz seiner Niederlage im Frühjahr wird gegen ihn zur Zeit wegen möglichen Wahlbetrugs ermittelt. Ein Dokumentarfilm behauptet, das Innenministerium habe leere und ungültige Stimmzettel zu Gunsten von Berlusconis Wahlbündnis gezählt. Der Anteil solcher Stimmzettel ist in Italien immer sehr hoch. Wie die Filmautoren behaupten, wurden Berlusconis Forza Italia auf diese Weise 1,2 Millionen Stimmen zugeschlagen. Sowohl Berlusconi als auch sein Nachfolger Romano Prodi schweigen zu den Vorwürfen.

Ab morgen wird in Mailand außerdem gegen Berlusconi als Fernsehunternehmer verhandelt. Dabei werden ihm und weiteren Angeklagten Betrug und Unterschlagung beim Handel mit Filmrechten vorgeworfen. Im März steht ihm ein weiteres Verfahren bevor, dann wegen des Vorwurfs der Bestechung.