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Eurotunnel macht weiter - Gläubiger billigen Sanierungsplan

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Eurotunnel macht weiter - Gläubiger billigen Sanierungsplan

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Das Überleben von Eurotunnel scheint gesichert. Die Gläubiger der Betreibergesellschaft des Tunnels unter dem Ärmelkanal gaben vor einem Pariser Handelsgericht jetzt grünes Licht für den Rettungsplan. Sie vertreten 72 Prozent der etwa neun Milliarden Euro Schulden des Unternehmens. Allerdings wurde das vorgeschriebene Quorum nur knapp ereicht.

Eurotunnel-Chef Jacques Gounon begrüßte die Zustimmung von Gläubigern und Aktionären. Es gebe nun die Hoffnung, dass Eurotunnel vor einem neuen Start stehe und ein ganz normales Unternehmen werden könne. Der unter der Leitung von Gounon ausgearbeitete Sanierungsplan sieht vor, dass der Schuldenberg um mehr als die Hälfte reduziert wird.

Die Verbindlichkeiten betragen dann noch 4,9 Milliarden Euro. Die im Oktober offiziell vorgestellten Pläne sehen die Gründung eines neuen Unternehmens mit dem Namen Groupe Eurotunnel SA vor, an dem die Gläubiger 87 Prozent halten sollen. 13 Prozent verbleiben im Besitz der Aktionäre, überwiegend Privatanleger aus Frankreich.

Eurotunnel steht seit August unter Gläubigerschutz nach französischem Recht. Die Verhandlungen zwischen der Firma und verschiedenen Geldgebern laufen seit Jahren. Grund sind die gewaltigen Baukosten, die der etwa 50 Kilometer lange Tunnel verschlang.

Schon zu seiner Einweihung 1994 war praktisch abzusehen, dass der Betrieb des Tunnels die Investitionen nur schwer wieder hereinholen würde. Zudem machte Eurotunnel das unerwartet schwache Verkehrsaufkommen zu schaffen – ausgelöst durch die immer stärkere Konkurrenz der Billigflieger.