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London: Polizei ermittelt im Fall Litwinenko - Regierung warnt vor Schuldzuweisungen an Moskau


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London: Polizei ermittelt im Fall Litwinenko - Regierung warnt vor Schuldzuweisungen an Moskau

Nach dem Tod des russischen Ex-Spions Alexander Litwinenko laufen die Ermittlungen in London weiterhin auf Hochtouren. Litwinenko war am Donnerstag an den Folgen einer Vergiftung mit der radioaktiven Substanz Polonium 210 gestorben. Eine Sushi-Bar sowie das Hotel Millenium in London blieben geschlossen, um eine Weiterverbreitung des Giftes zu verhindern. An beiden Orten war Litwinenko am mutmaßlichen Tag seiner Vergiftung gewesen. Die Ermittler hatten dort radioaktive Spuren gefunden, ebenso wie in der Wohnung des ehemaligen Geheimagenten bei London. Der britische Innenminister John Reid betonte, es bestehe kein Grund für Panik in der Bevölkerung. “Die Untersuchungen werden an vielen Orten fortgesetzt”, sagte Reid vor dem Parlament. “Die Polizei wertet zahlreiche Videoaufzeichnungen aus, um mögliche Zeugen zu finden, um herauszufinden, wo sich Litwinenko aufgehalten hat, als er krank wurde, und um die Leute zu identifizieren, mit denen er sich getroffen hat.”

Die britische Regierung warnte gleichzeitig vor voreiligen Schuldzuweisungen an die Adresse Moskaus. Litwinenko selbst hatte in einer vor seinem Tod abgefassten Erklärung den russischen Präsidenten Putin beschuldigt, seine Ermordung befohlen zu haben. Der Kreml wies die Vorwürfe zurück.

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