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Tschad wird in Sudan-Bürgerkrise hineingezogen

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Tschad wird in Sudan-Bürgerkrise hineingezogen

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Der blutige Bürgerkrieg im Sudan droht jetzt eine ganze Region in Afrika zu destabilisieren. Auch im Tschad greifen die gefürchteten Dschandschauid-Milizen Zivilisten an. Laut Hilfsorganisationen sind allein in den letzten Wochen mehr als 15.000 Menschen geflohen. In 60 Dörfern im Tschad sollen die arabischen Reitermilizen geplündert, gemordet, und vergewaltigt haben, wahrscheinlich mit Unterstützung der sudanesischen Regierung.

Gleichzeitig nähern sich die inneren Konflikte im Tschad einem Siedepunkt. Regierungstruppen und Rebellen lieferten sich zuletzt um die Stadt Abeche heftige Kämpfe. Die Gewalt droht Hunderttausende Flüchtlinge aus Darfur im Südsudan und dem Tschad von Hilfe abzuschneiden. Rebellen behaupten außerdem, sie marschierten in Richtung Hauptstadt N-Djamena.

Der bedrängte Präsident Idriss Deby hofft nun auf den Schutz der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich, die den Tschad als strategischen Stützpunkt nutzt. Schon im April musste Deby einen Sturm auf die Hauptstadt zurückschlagen. Ironischerweise war er unter anderem mit Hilfe des Sudans an die Macht gekommen – nun droht sein Land mit in den Abgrund des scheinbar unaufhaltsamen sudanesischen Bürgerkrieges gezogen zu werden.