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Türkischer Regierungschef Erdogan erklärt sich zu Treffen mit Papst bereit - Proteste gehen weiter

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Türkischer Regierungschef Erdogan erklärt sich zu Treffen mit Papst bereit - Proteste gehen weiter

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Kurz vor dem Besuch des Papstes in der Türkei hat sich der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan doch zu einem Treffen mit Benedikt XVI. bereit erklärt. Damit reagierte Erdogan auf Vorwürfe, er weiche einer Begegnung aus Rücksicht auf seine konservativ-islamische Wählerschaft aus. Erdogan will das Oberhaupt der katholischen Kirche am Flughafen treffen – für maximal eine halbe Stunde.

Die erste Visite des deutschen Papstes in einem islamischen Land findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Mehr als 15.000 Polizisten sollen im Einsatz sein. Der Papst, der in der Apostolischen Nuntiatur untergebracht ist, wird unter anderem das Atatürk-Mausoleum und die “Blaue Moschee” besuchen sowie mit religiösen Vertretern zusammentreffen. Der Besuch sorgte für heftige Proteste in der Bevölkerung. Viele Muslime sind immer noch verärgert über die umstrittenen Islam-Äußerungen des Papstes in Regensburg. In Ankara demonstrierten erneut zahlreiche Menschen gegen die Papst-Visite. Sie verlangten außerdem, dass die als Museum genützte Hagia Sophia wieder in eine Moschee umgewandelt wird. Benedikt XVI. will auch die Hagia Sophia besuchen – Islamisten und Nationalisten erklärten im Vorfeld jedoch, der Papst habe dort nichts zu suchen.