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Der Papst besucht die Türkei

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Der Papst besucht die Türkei

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Mit welchem Ziel? Will er Brücken bauen zwischen Islam und Christentum? Benedikt der XVI. hat diese Reise im Vorfeld selbst als die wohl schwerste seines Pontifikats bezeichnet. Er besucht ein mehrheitlich von Anhängern des islamischen Glaubens bewohntes Land, in dem auch historische Wurzeln des Christentums liegen.

Man schätzt, dass heute zwischen 60- und 70.000 Christen in der Türkei leben. Um dem Druck zu entgehen, sind Hunderte zum Islam konvertiert oder verbergen zumindest ihren Glauben. Unter den Christen in der Türkei sind die Katholiken heute die kleinere Gruppe. Schließlich entstand hier in Byzanz, dem heutigen Istanbul, der orthodoxe Zweig des Christentums

Der Sprecher des geistlichen Oberhaupts der Orthodoxen bezeichnet denn auch die Annäherung der beiden christlichen Kirchen als Hauptziel der Papstreise. Es gehe darum, die seit 1054 getrennten Katholiken und Orthodoxen unter dem Schirm einer einzigen Kirche wieder zusammenzuführen.

Weltweit bekennen sich heute etwa 250 Millionen Christen zur orthodoxen und mehr als eine Milliarde zur katholischen Variante des Christentums. Der Papst und der orthodoxe Patriarch stehen in der Nachfolge der Apostelbrüder Petrus und Andreas.

Entsprechend symbolisch ist die Geste des Papstes zu verstehen, mit dem Patriarchen gemeinsam am 30. November in Istanbul den “Tag des heiligen Andreas” mit einem Gottesdienst zu begehen. Den Vertretern des türkischen Staates ist sehr wohl bewusst, dass dies nur ein halber Staatsbesuch ist – dessen andere Hälfte der Lösung inner-christlicher Probleme gilt.