Eilmeldung

Eilmeldung

NATO vor schwierigem Gipfeltreffen

Sie lesen gerade:

NATO vor schwierigem Gipfeltreffen

Schriftgrösse Aa Aa

Noch ist die Stimmung gelöst: Der amerikanische Präsident George Bush kommt hier am Abend im estnischen Tallinn an. Erst heute reist er weiter ins benachbarte Lettland, zum Gipfeltreffen der NATO in Riga. Dieses Gipfeltreffen hat es in sich: Innerhalb des Militärbündnisses gibt es sehr verschiedene Meinungen zum Einsatz in Afghanistan. Deutschland und andere Länder stehen in der Kritik, weil sie ihre Truppen in relativ ruhigen Gegenden stationiert haben und sie nicht in die Hauptkampfgebiete schicken wollen.

Aber auch NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sagt inzwischen, die Antwort in Afghanistan sei keine militärische, sondern eine politische. Es gehe um Entwicklung und Wiederaufbau – also um das, was auch Deutschland vor allem fordert.

Ein weiteres Thema wird die neu gebildete schnelle Eingreiftruppe der NATO sein, die NRF. Auch hier fehlen aber bis zur letzten Minuten noch Zusagen für Soldaten und Ausrüstung, wie zum Beispiel Hubschrauber. Ob die Eingreiftruppe deshalb wie geplant beim Gipfeltreffen für “voll einsatzfähig” erklärt wird, ist offen.

Was Afghanistan angeht, zeichnet sich ein kleiner Kompromiss ab: Möglicherweise werden sich die NATO-Mitglieder verpflichten, einander in Notfällen zu helfen. Damit wären auch für deutsche Soldaten vereinzelte Einsätze in umkämpften Gebieten möglich.