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Papstbesuch in der Türkei

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Papstbesuch in der Türkei

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Seinen Türkeibesuch beginnt Papst Benedikt XVI. mit einem Bekenntnis zum Dialog mit dem Islam – für gegenseitiges Verständnis. Wichtig in diesem Sinne schon die Gesten am Flughafen. Regierungschef Recep Tayyip Erdogan, der ursprünglich zum NATO-Gipfel abfliegen wollte, ehe das katholische Kirchenoberhaupt türkischen Boden betritt, bleibt dann doch und nimmt sich Zeit für ein Gespräch.

Nach dem Gespräch sagt Erdogan vor Journalisten, auch der Papst betrachte den Islam als eine Religion des Friedens und könne sich unter bestimmten Umständen einen EU-Beitritt der Türkei vorstellen. Ganz im Sinne der Dialogbereitschaft dann die nächste Geste: Das Oberhaupt der katholischen Kirche ehrt den Gründer der modernen Türkei, der die Trennung von Staat und Religion zum Staatsprinzip erhoben hat.

Bei der Eintragung ins Gästebuch benutzt der Papst die Atatürk-Worte “Frieden zu Hause und Frieden in der Welt”, er schreibt, er schließe sich dankbar den Worten des Gründers der türkischen Republik an, “ in einem Land, das Treffpunkt der Religionen und Kulturen, das Brücke zwischen Europa und Asien” ist.

Währendessen wird ist der Platz vor dem Mausoleum von Sicherheitskräften beherrschaft. Mehr als 3.000 Mann hatten schon den Weg der Papstkolonne vom Flugplatz in die Stadt gesichert. Es werden mehr Beamte aufgeboten, um für Ruhe zu sorgen, als beim Besuch von US-Präsident Bush vor zwei Jahren. So bekommt der Besucher die Plakate der hinter der Absperrung gegen seinen Besuch Protestierenden kaum selbst zu Gesicht .

Texte wie “Vergiß Byzanz”. Das ist eine Anspielung auf die Wurzeln des Christentums in diesem Land. Auch wenn der Papst, nun in seiner Eigenschaft als Staatsoberhaupt des Vatikanstaates , vom Mausoleum zum Staatsoberhaupt der Türkei fährt – dies ist nur ein Höflichkeitsbesuch.

In dieses Land ist Benedikt der XVI. gekommen, weil hier der wichtigste Patriarch der orthodoxen Christenheit seinen Sitz hat.
Aber davon morgen mehr. Den wohl wichtigsten Termin des Tages hat der Papst beim obersten Chef der staatlichen Religionsbehörde, Ali Bardakoglu. “Christen und Muslime gehören zur Familie derjenigen, die an den einen Gott glauben”, sagt Benedikt XVI. hier und erinnert den gemeinsamen biblischen Urvater Abraham. Das Wort “Gewalt” kommt in dieser Rede nicht ein einziges Mal vor.