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Sinti und Roma in Europa diskriminiert

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Sinti und Roma in Europa diskriminiert

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Schlechte Noten für Europa, wenn es um den Kampf gegen Diskriminierung und rassistisch motivierte Straftaten geht: Der Jahresbericht der Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC) in Wien verweist vor allem auf die Lage der Sinti und Roma. Sie seien vermehrt Übergriffen ausgesetzt, mitunter auch von Seiten der Polizeikräfte.

Joaquín Cortés, spanischer Tanzstar und Roma, begrüßte bei einem Besuch von EU-Institutionen in Brüssel die Idee eines Anti-Diskriminierungsbüros auf EU-Ebene. “Ich finde, das könnte ein guter Anfang sein. Und ich hoffe, dass wir bald Roma-Generationen sehen werden, die ein besseres Leben haben. Dann können sie sich auch besser integrieren – und das Zusammenleben wird harmonischer.”

Weltweit gibt es etwa zwölf Millionen Roma, davon acht Millionen in Europa und in Deutschland gut 100 000. In den designierten EU-Staaten in Bulgarien und Rumänien lebt knapp eine Million. Der Bericht der Europäische Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit nennt als Alltags-Beispiele für Diskriminierung Wohnungsanzeigen, in denen ausländische Interessenten ausdrücklich abgelehnt werden.

Im Bildungsbereich sei eine teilweise oder sogar vollständige Segregation in Teilen der EU noch immer gang und gäbe. Oft scheiterten Versuche von Schulen, betriebliche Praktikumsplätze für Angehörige ethnischer Minderheiten zu beschaffen. Bedrückendes Fazit der EUMC: «Diskriminierung von ethnischen Minderheiten findet nach wie vor in der gesamten EU statt».