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Türkei erwartet Papst-Besuch

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Türkei erwartet Papst-Besuch

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Es ist nur eine scheinbare Ruhe, die über der türkischen Metropole Istanbul liegt: In vielen Gegenden herrscht der Ausnahmezustand, denn morgen kommt der Papst. Schon heute beginnt er seinen Türkeibesuch, zunächst in der Hauptstadt Ankara. Heerscharen von Scharfschützen, Sprengstoffexperten und Bereitschaftspolizisten werden den viertägigen Besuch absichern; ebenso wie Marine-Kommandos auf dem Wasser und Hubschrauber aus der Luft.

Die Befürchtungen sind kaum übertrieben. Zum ersten Mal kommt der jetzige Papst in ein moslemisches Land, und mit vielen Menschen dort hat er es sich schon vorher verdorben. Auch gestern gab es in Istanbul wieder Proteste gegen den Besuch. Auslöser ist nach wie vor das umstrittene Zitat, das der Papst in seiner Regensburger Rede vom September benutzt hatte. Andere Moslems haben nach eigenen Angaben eine Million Unterschriften gesammelt, die sie in Istanbul präsentierten. Damit wollen sie erreichen, dass das weltberühmte Bauwerk Hagia Sophia, früher Kirche, dann Moschee, seit den dreißiger Jahren ein Museum, wieder zur Moschee wird.

Immerhin reicht es für Benedikt nun aber doch für ein Treffen mit Recep Tayyip Erdogan: Papst und Ministerpräsident begegnen sich kurz am Flughafen; Erdogan fliegt dann nach Lettland zum NATO-Gipfel. Dafür sucht jetzt jemand anders ein intensiveres Gespräch: Mehmet Ali Agca, der Papst-Attentäter von 1981. Nach wie vor sitzt er im Gefängnis, inzwischen aber wegen anderer Verbrechen. Er habe um Haftbefreiung für einen Tag gebeten, teilte sein Anwalt mit – um mit dem Papst über religiöse Fragen zu sprechen.