Eilmeldung

Eilmeldung

NATO-Gipfel berät über Afghanistan

Sie lesen gerade:

NATO-Gipfel berät über Afghanistan

Schriftgrösse Aa Aa

Mit dem offiziellen Abendessen hat in Riga das Gipfeltreffen der NATO begonnen. 26 Staats- und Regierungschefs sind es, die in der lettischen Hauptstadt zusammengekommen sind. Hauptthema des Gipfels: der NATO-Einsatz in Afghanistan. Im heftig umkämpften Süden des Landes fehlen rund zweitausend Soldaten. Erst am Montag starben dort wieder zwei kanadische Soldaten bei einem Selbstmordanschlag. Dabei sind insgesamt genügend Truppen da: Aber mehrere Länder, wie Deutschland, haben ihre Soldaten in anderen Landesteilen und schicken sie nicht in die südlichen Kampfgebiete.

Der amerikanische Präsident George Bush wandte sich in Riga vor allem an diese Länder: Von Taliban- und Al-Kaida-Kämpfern sprach er, von Drogenhändlern, Verbrechern und Milizenführern, die weiterhin die Demokratie in Afghanistan vernichten wollten. Die NATO könne sie nur mit vollem Einsatz besiegen. Die Truppenkommandeure bräuchten die nötigen Mittel und die Flexibilität, damit sie ihre Aufgabe erfüllen könnten.

Flexibilität heißt: Die Truppen müssen da sein, wo gekämpft wird. Deutschland will jetzt in Notfällen erlauben, dass seine Soldaten auch in andere Landesteile geschickt werden. Die NATO-Führung hofft darauf, dass sich auf dem Treffen alle Länder zur gegenseitigen Hilfe in solchen Notfällen verpflichten.

NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer deutete auch an, ab 2008 könnten vielleicht nach und nach afghanische Sicherheitskräfte von der NATO übernehmen. Jetzt von einem Rückzug zu reden sei aber voreilig.

Um die Solidaritätserklärung geht es heute beim Arbeitstreffen. Der Abend hielt zunächst noch etwas Ablenkung bereit: Bei einem Galakonzert im Rigaer Opernhaus war Afghanistan für die meisten wohl doch einmal kurz vergessen.