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Fall Litwinenko: Tausende Flugpassagiere beunruhigt - Weitere Spuren von Polonium entdeckt

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Fall Litwinenko: Tausende Flugpassagiere beunruhigt - Weitere Spuren von Polonium entdeckt

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Die Affäre um den Gifttod des russischen Ex-Spions Alexander Litwinenko zieht immer weitere Kreise. Nachdem in mehreren Passagierflugzeugen der Fluggesellschaft British Airways radioaktive Spuren gefunden wurden, haben sich Tausende besorgte Passagiere gemeldet. Insgesamt sind mehr als 30.000 Flugreisende betroffen, die mit den fraglichen Maschinen seit Ende Oktober unterwegs waren. “Die Daten der Passagiere werden gesammelt”, sagte der britische Innenminister John Reid, “und die Behörden werden sie kontaktieren, wenn es Grund zur Besorgnis geben sollte. Wir werden auch die Regierungen jener Länder benachrichtigen, in denen die Flugzeuge zwischengelandet sein könnten.”

Litwinenko war vor einer Woche an den Folgen einer Vergiftung mit der radioaktiven Substanz Polonium 210 gestorben. Am Freitag soll mit der Obduktion begonnen werden, von der die Ermittler weitere Hinweise erhoffen. Auch in London wurden weitere Spuren von Polonium 210 gefunden, an insgesamt 12 Orten, wie das Innenministerium mitteilte. Ein Büro des russischen Milliardärs Boris Beresowski ist ebenso betroffen wie eine Sicherheitsfirma oder Litwinenkos Wohnung. Die Gefahr für die Bevölkerung schätzt Experte Alastair Hay allerdings als gering ein: “Wenn jemand Polonium berührt, es etwa auf die Hand gerät, ist das Risiko nicht sehr hoch, denn die Radioaktivität dringt nicht durch die Haut, die Haut ist ein effektiver Schutz.”

Auch auf dem Moskauer Flughafen laufen Ermittlungen – ein dort geparktes British-Airways-Flugzeug soll untersucht werden. Unklar ist, wie das Polonium in die Maschinen gelangt ist: Litwinenko selbst war zuletzt nicht mit einem Flugzeug gereist. Die Ermittler vermuten, dass die Spuren von seinen Kontaktmännern oder gar vom Täter selbst stammen.