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Rom halbiert seine Alitalia-Anteile

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Rom halbiert seine Alitalia-Anteile

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Der italienische Staat gibt offenbar den eigenen Versuch auf, die von der Pleite bedrohte Fluglinie Alitalia zu retten. Wie ein Kabinettssprecher in Rom mitteilte, soll die Hälfte des verbleibenden Staatsanteils von knapp 50 Prozent abgestoßen werden. Die Regierung von Ministerpräsident Romano Prodi verzichtet damit auf die weitere Kontrolle der Fluggesellschaft.

Alitalia solle nun die Möglichkeit bekommen, sich frisches Kapital zu beschaffen, hieß es. Dann bestehe die Hoffnung, dass sich das Unternehmen aus eigener Kraft retten könnte.

Der Staat bleibt künftig mit knapp 25 Prozent größter Einzelaktionär, fast drei Viertel der Anteile werden in Streubesitz sein. Zwei Prozent gehören Air France-KLM. Alitalia macht in diesem Jahr knapp 200 Millionen Euro Verlust und steht vor einem Schuldenberg von zwei Milliarden Euro.

Als wahrscheinlich gilt zudem ein Abgang der Führungsspitze um Alitalia-Verwalter Giancarlo Cimoli.

Inzwischen wird in Branchenkreisen spekuliert, wer Interesse an einem Kapitaleinstieg haben könnte. Die deutsche Lufthansa verneinte umgehend entsprechende Pläne. Kein Kommentar kam von Air France-KLM. Das französisch-niederländische Unternehmen befindet sich in unverbindlichen Gesprächen über eine weitere Annäherung mit Alitalia.