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Fall Litwinenko: FBI schaltet sich in Ermittlungen ein

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Fall Litwinenko: FBI schaltet sich in Ermittlungen ein

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Der mysteriöse Todesfall des verstrahlten russischen Ex-Agenten Alexander Litwinenko zieht immer weitere Kreise. Wie die britische Zeitung “The Observer” berichtet, soll Litwinenko vorgehabt haben, russische Prominente zu erpressen – nach Angaben einer Zeugin auch Oligarchen, korrupte Beamte und Kreml-Insider.

Litwinenko war Anfang November in London mit Polonium-210 vergiftet worden und am 23. November daran gestorben. Auf dem Sterbebett hatte er den russischen Präsidenten Wladimir Putin für seinen Tod verantwortlich gemacht – der Kreml weist diese Anschuldigung zurück.

Unterdessen untersuchen dieselben Ärzte weiterhin Litwinenkos Kontaktmann Mario Scaramella. Bei ihm war ebenfalls die Substanz Polonium 210 entdeckt worden. Der 36-jährige zeigt nach Angaben der Ärzte bislang aber keine Symptome. Befürchtet wird allerdings, dass er an Krebs erkranken könnte.

Er hatte Litwinenko vor Drohungen aus der russischen Agentenszene gewarnt – auch gegen gegen den im Londoner Exil lebenden russischen Oligarchen und Putin-Gegner Boris Beresowski.

Ex-Oligarch Beresowski, in Rußland einst Medienzar, Wahlhelfer und Vertrauter von Präsident Jelzin war 1994 in Rußland nur knapp einem Attentat entgangen. Er lebt seit 1998 im Exil in London.

Wie “The Observer” hat sich auch die amerikanische berichtet, Bundespolizei FBI in die Ermittlungen eingeschaltet. Hauptthema des von ihr in Washington befragten früheren KGB-Agenten Juri Schwets ist die Zerschlagung des russischen Ölkonzerns Yukos.

Inzwischen ist ein Video aufgetaucht, in dem Litwinenko den russischen Präsidenten Putin auch für den Tod der Journalistin Anna Politkovskaya verantwortlich macht. Sie hatte sich vor allem mit dem russischen Vorgehen in Tschetschenien beschäftigt und war Anfang Oktober in Moskau erschossen worden.